LAG-Mitgliederversammlung mit Projektbewertung
Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Obere Havel e.V. traf sich am 20.05.2026 zu ihrer Mitgliederversammlung in Kremmen. Neben Projektbewertungen stand auch die turnusgemäße Wahl des Vorstandes auf dem Programm.
Die Versammlung fand im 2025 eingeweihten Gebäude der Feuerwehr in Kremmen statt. Neben der neuen Gebäude- und technischen Ausstattung für die Freiwillige Feuerwehr steht auch ein großer Schulungsraum mit Präsentationstechnik zur Verfügung, den die LAG für ihre Versammlung nutzen konnte.
Das Regionalmanagement informierte zunächst über die nun aktualisierte LEADER-Richtlinie und die derzeit schleppenden Projektbewilligungen auf Grund der Haushaltsverhandlungen im Land. Der Vorstand konnte auch für die kommenden beiden Jahre wieder mit fünf Personen aus Vertretern der Kommunen, Unternehmen, Sozialpartnern und dem Ehrenamt besetzt werden. Vorrangiger Inhalt der Mitgliederversammlung war die Bewertung der fünf zum sechsten Stichtag eingegangenen Projekte. Mit dem positiven Votum für vier Projektträger haben diese die Möglichkeit, ihren Förderantrag bei der Bewilligungsbehörde einzureichen. Außerdem wurden 12 Projekte positiv bevotet, die im Rahmen des zweiten Projektaufrufes zum Regionalbudget eingegangen waren, sowie zwei Projekte, die über die Richtlinie ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) beantragt wurden. (27.05.2026)
Die BAG LAG zur Zukunft von LEADER
Über 2027 hinaus ist die Zukunft von LEADER mit Blick auf ihre Mittelausstattung und inhaltliche Ausrichtung ungewiss.
In den vergangenen Monaten und auch zukünftig liegt ein wichtiger Fokus der Arbeit der Bundesarbeitsgemeinschaft der LAGen (BAG LAG) auf der Sichtbarmachung der Arbeit der LAGen vor allem in Bezug auf die finanztechnische Ausrichtung der ländlichen Entwicklung in der nächsten EU-Förderperiode ab 2028. Die LEADER-Methode als Entscheidung der Menschen vor Ort, die erstmals vor ca. 35 Jahren Teil der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU wurde, wird aktuell in insgesamt 372 Regionen in Deutschland genutzt. Wie aber geht es mit LEADER weiter, wenn die künftige Mittelausstattung und inhaltliche Ausrichtung seitens der Europäischen Kommission unklar ist. Dr. Hartmut Berndt, Vorsitzender der BAG LAG, geht in Folge 46 des Podcasts "LandAussichten" der Andreas Hermes Akademie mit Louis Schlag dieser Frage nach, erklärt, wie die Methode im Detail in der Praxis funktioniert und warum der Bottom-up-Ansatz so gut zu ländlichen Räumen passt. (22.04.2026)
LEADER ab 2028 - LAGen im Gespräch mit Bundestags-abgeordneten
Am 18. März 2026 trafen sich über 30 Vertreter von 15 Lokalen Aktionsgruppen aus sechs Bundesländern zu einem Austausch im Bundestag in Berlin.
Im Mittelpunkt stand die zukünftige Ausgestaltung des LEADER-Ansatzes ab dem Jahr 2028. Im Gespräch mit Bundestagsabgeordneten wurden Erfahrungen aus der Praxis sowie Anforderungen an die Weiterentwicklung des Programms thematisiert. Dabei ging es unter anderem um verlässliche Rahmenbedingungen für die Arbeit vor Ort, die Nutzung von Fördermitteln sowie die Fortführung gebietsbezogener Entwicklungsstrategien. Der Austausch diente dazu, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und aktuelle Entwicklungen auf nationaler und europäischer Ebene einzuordnen. Weitere Informationen finden Sie hier. (Quelle: ForumNews, April 2026)
Zukünftige Ausrichtung der Förderung des ländlichen Raumes
Wie geht es ab 2028 mit der ländlichen Entwicklung weiter?
Ursula von der Leyen betont in dem Antwortschreiben, welches der ELARD (der Zusammenschluß von mehr als 2500 Lokalen Aktionsgruppen der gesamten EU) auf seine Anfrage erhalten hat, dass die Stimme der ländlichen Räume und LEADER in der EU gehört worden sind und den Mitgliedsstaaten die Möglichkeiten eingeräumt werden, sie in ihrer zukünftigen Programmierung zu berücksichtigen.
ELARD sieht jedoch nach wie vor die Gefahr, dass die Mitgliedsstaaten von dieser „Kann-Bestimmung“ keinen Gebrauch machen und den notwendigen Rahmen dafür nicht einräumen. Aus diesem Grund hat ELARD eine Pressemitteilung herausgegeben, deren Übersetzung Sie hier einsehen können (Original in englischer Sprache). (04.03.2026)
Wohin im Land?
Bereits zum 30. Mal erschien, traditionell zur Grünen Woche, das Jahrbuch für das Land unter dem Motto „natürlich Brandenburg“.
Herausgeber ist das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium. Wie immer ist ein Schwerpunkt die Vorstellung von Projekten, die durch das LEADER-Programm zur Förderung der Ländlichen Entwicklung ermöglicht wurden. Bei der Auswahl ging es vor allem darum, öffentlich wahrnehmbare und allgemein nutzbare LEADER-Projekte vorzustellen.
Regionale Wertschöpfung, Produzentinnen und Produzenten regionaler Lebensmittel, Landurlaubangebote, Sehenswürdigkeiten in den Dörfern und das ländliche Brauchtum: diese Themen werden für alle Landkreise Brandenburgs in Beispielen vorgestellt. Sonderkapitel widmen sich jährlich unterschiedlichsten Themen, die den ländlichen Raum beleben, die kulturelle Vielfalt und ländliche Traditionen zeigen. Mit der Broschüre läßt es sich vortrefflich durch Brandenburg reisen und neue Seiten entdecken. (10.02.2026)
Die LEADER-Region auf der Grünen Woche 2026
Zum 100. Jahrestag der Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau in Berlin präsentierte sich auch die LEADER-Region Obere Havel an zwei Tagen durch verschiedene Projektträger.
Die Vereinsfreunde der Historischen Mönchmühle e.V. aus Mühlenbeck stellten das historische Mühlengelände vor. Es gibt hier einen buchbaren Veranstaltungssaal, ein sonntägliches Café im Sommer, das sanierte Mühlengebäude mit Wasserrad. In letzterem sind in wechselnden Ausstellungen Werke regionaler Künstler zu sehen. Das historische Gelände des Ziegeleiparks Mildenberg direkt an der Havel bietet Industriekultur und Technik zum Anfassen, die Fahrt mit einer Ziegeleibahn, selbst gemachte Tonziegel sowie viele Veranstaltungen für Groß und Klein. Emmas Kaufhalle in Teschendorf bietet den vollautomatisierten und bequemen Einkauf von frischen Lebensmitteln, Grundnahrungsmitteln, Snacks und Artikeln des täglichen Bedarfs über Verkaufsautomaten. Die Artikel kommen über ein Förderband direkt zum Kunden und das 24 Stunden am Tag. Am Stand des Forums Ländlicher Raum in der Brandenburghalle begrüßten die Anbieter interessierte Besucher. (26.01.2026)
Rückblick auf ELER-Förderperiode
Im Zeitraum der letzten Förderperiode von 2014 bis 2022, zuzüglich drei weiterer Jahre, in denen noch Mittel bewilligt und ausgezahlt werden konnten, standen für Brandenburg und Berlin über 1,4 Milliarden Euro Fördermittel aus dem ELER zur Verfügung.
Damit hatte die Region nach Bayern und Niedersachsen das drittgrößte ELER-Budget in Deutschland. Die mit 12 Jahren bisher längste Förderperiode endete zum 31.12.2025. Das Geld stand für Projekte in vier Förderschwerpunkten zur Verfügung: Bildung, Kompetenz, Zusammenarbeit und Investition, Investitionen in die Landwirtschaft, Klimawandel, Umwelt und Naturschutz sowie die Entwicklung des ländlichen Raumes.
Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, meist nur unter seiner Kurzbezeichnung ELER bekannt, fördert die Entwicklung des ländlichen Raums in der Europäischen Union. Er ist einer der fünf Europäischen Struktur- und Investitionsfonds, der die sogenannte zweite Strukturpolitik-Säule der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) finanziert und soll die landwirtschaftlichen Direktzahlungen in der ersten Säule der GAP flankieren. (aus der Pressemitteilung des ELER Brandenburg vom 18.09.2025)